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Deutsche Bürokratie bremst türkischen Ingenieur aus,

Alman bürokrasi  Türk mühendisi yavaþlatýr


Rund 154.000 Akademiker aus technischen Fächern fehlen den Firmen. Doch die Hürden für Nicht-EU-Fachkräfte bleiben hoch. Ein türkischer Ingenieur berichtet über seine Erfahrungen.

Er ist jung, gut ausgebildet, hochmotiviert und spricht fließend deutsch. Sein Pech ist nur, dass er nicht in Spanien oder Griechenland geboren ist. Dann wäre er willkommen. Aber Tolga Akertek hat das falsche Geburtsland.

Tolga Akertek ist jung, gut ausgebildet und hochmotiviert. Nur mit dem Job war es schwierig

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Das kanadische Vorbild

Er stammt aus der Türkei, einem "Drittstaat" außerhalb der Europäischen Union. Und so kommt es, dass der junge Ingenieur aus Izmir einen bürokratischen Marathonlauf absolvieren muss, um in Deutschland leben und arbeiten zu dürfen, während spanische und griechische Fachkräfte von der deutschen Wirtschaft umworben werden.

Dieselbe "Zentrale Fach- und Auslandsvermittlung" (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit (BA), die in Spanien auf Jagd nach Fachkräften geht, brauchte Wochen, um Akerteks Antrag auf eine Zulassung für den deutschen Arbeitsmarkt zu bewilligen.

Am Montag sollte er seine Stelle in Stuttgart antreten. Am Freitag kam die Zustimmung der ZAV-Niederlassung in Duisburg. "Ich habe dadurch bestimmt ein paar neue graue Haare bekommen", sagt der 33-jährige Türke.

Deutschland hat zu wenige Fachkräfte

Deutschland leidet unter Fachkräftemangel. Im Juli fehlten 154.500 Absolventen der MINT-Studiengänge Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik in den Unternehmen, rechnete das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vor.

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Allein mit deutschen Fachkräften wird sich die Lücke nicht schließen lassen. Experten plädieren für eine gezielte Zuwanderung qualifizierter Ausländer, um die hohe Nachfrage zu decken. Doch nicht jeder ist willkommen. Während für Arbeitnehmer aus Ländern der Europäischen Union Freizügigkeit herrscht, und dies seit dem 1. Mai auch für Arbeitskräfte aus den osteuropäischen Nachbarländern, müssen Zuwanderer aus Ländern außerhalb der EU hohe Hürden überwinden.

Sie dürfen hierzulande in der Regel nur arbeiten, wenn sie die so genannte Vorrangprüfung bestanden haben. Die Arbeitsagenturen prüfen dabei, ob die Stelle nicht von einem Deutschen oder Bürger aus dem EU-Ausland besetzt werden kann. Erst dann kommen "Drittstaatler" zum Zuge. Im vergangenen Jahr erteilte die dafür zuständige ZAV genau 61.238 Zustimmungen.

Zu den Ausnahmen zählen die Hochqualifizierten

Es gibt auch Ausnahmen: So können Hochqualifizierte in Deutschland arbeiten, wenn sie mehr als 66.000 Euro im Jahr verdienen. Im vergangenen Jahr schafften diese Hürde allerdings gerade einmal 219 Zuwanderer.

Ausnahmen gibt es auch für bestimmte Länder wie die USA, Israel, Kanada oder Japan, ebenso für Ausländer, die einen deutschen Hochschulabschluss haben sowie für bestimmte Berufsgruppen wie Spezialitätenköche, Fußballer oder Schausteller. In diesem Sommer entfiel die Vorrangprüfung zudem für ausländische Ärzte und Ingenieure der Fachrichtung Maschinen- und Fahrzeugbau sowie der Elektrotechnik.
Zuwanderung
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Besonders einladend wirkt das alles dennoch nicht. Von einem "Paragrafendschungel bis zur Arbeitserlaubnis" spricht selbst BA-Vorstand Raimund Becker. Die Bundesagentur will nun einen "Beitrag zur Willkommenskultur" leisten und hat in Berlin einen "Migrations-Check" für Ausländer im Internet freigeschaltet. Mit sechs Klicks können einwanderungswillige Arbeitskräfte erfahren, ob es in ihrem Fall möglich ist, eine Arbeitserlaubnis zu bekommen.

Weiter Weg durch die Bürokratie

Einen weiten Weg durch den Paragrafendschungel musste auch Tolga Akertek zurücklegen. Dabei hat er eigentlich alles richtig gemacht: Vor viereinhalb Jahren kam er nach Deutschland. Verwandte hat er hier nicht.

Akertek lernte ein Jahr Deutsch an einer Sprachenschule in Düsseldorf und absolvierte anschließend an der Hochschule in Offenburg ein Masterstudium im Bereich der Erneuerbaren Energien. Nebenher arbeitete er am Fraunhofer Institut Solare Energiesysteme in Freiburg.

In der Türkei hatte er Chemieingenieurwesen studiert, danach drei Jahre gearbeitet, in Offenburg machte er seinen Abschluss mit 1,4. "Die beste Note meines Jahrgangs", erzählt Akertek stolz. Danach fand er sofort eine Stelle bei einer Solarfirma in Aachen.

Bis zu seiner ersten Anstellung bekam er nur befristete Aufenthaltsgenehmigungen von drei oder sechs Monaten. "Nach jedem Semester musste ich zum Amt, um meine Zeugnisse vorzulegen", erinnert sich Akertek, "damit sie sehen, dass ich wirklich studiere, und keinen Blödsinn anstelle." Das sei ja auch richtig, meint er.

9000 Euro im Jahr zum Leben

Vorgelegt werden müssen auch Versicherungsnachweise – und Kontoauszüge. "Sie müssen immer garantieren, dass Sie genug Geld zum Leben auf dem Konto haben." Rund 9000 Euro müssen es schon sein, so viel braucht ein Student nach Einschätzung des Amtes im Jahr zum Leben.

Für Akertek kein Problem: Er finanzierte sein Studium mit seinen Ersparnissen und Unterstützung seiner Eltern. Mit dem ersten Job bekam er dann eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung. "Ich war superglücklich, obwohl ich die Genehmigung nur ein paar Tage vor dem Arbeitsbeginn erhalten habe." Allerdings war die Aufenthaltsgenehmigung an die Arbeitserlaubnis bei der Firma gekoppelt.

Nach 15 Monaten bekam der junge Ingenieur ein besseres Angebot von einer Firma aus Stuttgart. Alles ging wieder von vorne los. Am 1. Juni sollte Akertek die neue Stelle antreten, im April wurde die Zustimmungsanfrage an die ZAV geschickt.

Zustimmung erst drei Tage vor Arbeitsbeginn

"Sie haben sich wochenlang nicht gemeldet", ärgert sich 33-Jährige. Er habe oft angerufen, nachgefragt. Auch der neue Arbeitgeber schaltete sich ein. Aber von der ZAV hieß es nur, alle Unterlagen seien vollständig. Drei Tage vor Arbeitsbeginn bekommt Akertek dann endlich die Zustimmung – allerdings nur auf ein Jahr befristet. "Den Grund kenne ich nicht", sagt er. "Den Grund nennt mir keiner."

Andere Bewerber wären wahrscheinlich schon längst entnervt abgesprungen und hätten sich eine Stelle in einem Land gesucht, in dem sie auch willkommen sind. Für Akertek gibt es zwei gute Gründe, in Deutschland zu blieben.

Da ist einmal das Projekt, an dem er gerade arbeitet. "Es geht um chemische Speichermöglichkeiten von überschüssigem Strom aus Wind und Sonne", erzählt der junge Ingenieur mit wachsender Begeisterung. "Ein einzigartiges Projekt, in der Größe, die wir planen." Deshalb, so sagt er, "mache ich das Ganze mit den Behörden geduldig mit".

Und dann gibt es noch einen privaten Grund. Seine Freundin ist Deutsche. Vor Jahren haben sie sich an der Sprachschule kennengelernt. Sie ist Diplom-Pädagogin. "Da haben wir zusammen überlegt: Für einen türkischen Ingenieur ist es einfacher, einen Job in Deutschland zu finden, als für eine deutsche Diplom-Pädagogin einen Job in der Türkei."

Was Akertek nicht ändern kann: der Geburtsort

Als Akertek dann in der Zeitung gelesen hat, dass die ZAV in Spanien nach Ingenieuren sucht, hat er sich schon gewundert. "Viele von denen können doch gar kein Deutsch, sie haben keinen deutschen Abschluss und kennen die deutsche Kultur nicht", ärgert sich der junge Türke.

Er sei gerne in Deutschland, er sei liberal, esse gern Schweinfleisch und trinke badischen Riesling. Das einzige was er nicht ändern könne, sei sein Geburtsort, sagt Akertek. Er hoffe sehr, dass es irgendwann auf die Menschen ankomme, nicht auf ihre Nationalität.

« Son Düzenleme: 17 Ekim 2011, 22:55:41 Gönderen: selcuklu »

Çevrimdýþý tk1978

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Ynt: Deutsche Bürokratie bremst türkischen Ingenieur aus
« Yanýtla #1 : 18 Ekim 2011, 13:27:38 »
Er sei gerne in Deutschland, er sei liberal, esse gern Schweinfleisch und trinke badischen Riesling. Das einzige was er nicht ändern könne, sei sein Geburtsort, sagt Akertek. Er hoffe sehr, dass es irgendwann auf die Menschen ankomme, nicht auf ihre Nationalität.


Das ist doch ein grund mehr, Ihn einzustellen!
Er ist, wie sagt man das so schoen "Integriert"! oder ist es nicht so?